News

Grüner Meilenstein in Kiel: Mein Schiff 7 bunkert erstmals erneuerbares Methanol

KLEEBLATT Kreuzfahrten 8. September 2026 4 Min. Lesezeit
Beitragsbild (Featured Image) wird aus WordPress übernommen. Außerhalb von WordPress erscheint dieser Platzhalter.
Die Mein Schiff 7 © TUI Cruises

Die Mein Schiff 7 hat am Kieler Ostseekai erstmals Methanol gebunkert, rund 25 Kubikmeter aus erneuerbaren Rohstoffen. Der Kraftstoff kam über den Bunkerdienstleister MB Energy an Bord und wird dort vor allem für den Kesselbetrieb genutzt. Für TUI Cruises war es die erste Methanol-Bunkerung überhaupt, durchgeführt unter regulären Bedingungen im laufenden Hafenbetrieb.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Mein Schiff 7 bunkerte am Kieler Ostseekai erstmals rund 25 Kubikmeter erneuerbares Methanol.
  • Der Kraftstoff wird an Bord vor allem für den Kesselbetrieb eingesetzt, nicht für den Antrieb.
  • Partner der Testbunkerung waren MB Energy und das Logistikunternehmen Johs. Martens.
  • Für TUI Cruises war es die erste Methanol-Bunkerung, ein weiterer Schritt in der Dekarbonisierung der Flotte.

Was ist am Ostseekai in Kiel passiert?

Am 31. August 2026 wurde die Mein Schiff 7 am Ostseekai-Kreuzfahrtterminal im Hafen von Kiel zum ersten Mal mit Methanol versorgt. Geliefert wurden etwa 25 Kubikmeter, gewonnen aus erneuerbaren Rohstoffen. Verantwortlich für die Bunkerung war der Dienstleister MB Energy, für den es die erste Lieferung dieser Art an ein Kreuzfahrtschiff in Deutschland war.

Die Mein Schiff 7 ist seit 2024 für TUI Cruises im Einsatz und bietet Platz für 2.894 Gäste. Dass ausgerechnet Kiel den Rahmen für den Test bot, passt ins Bild: Der Ostseekai gehört zu den meistfrequentierten Kreuzfahrtterminals an der deutschen Ostseeküste und hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Testfeld für alternative Kraftstoffe und Landstrom entwickelt.

Mein Schiff 7
Mein Schiff 7 © TUI Cruises

Warum Methanol, und wofür nutzt die Mein Schiff 7 den Kraftstoff?

Methanol gilt in der Schifffahrt als einer der aussichtsreichsten alternativen Kraftstoffe, weil es sich bei Umgebungstemperatur flüssig lagern lässt und aus erneuerbaren Quellen hergestellt werden kann. Wird es aus erneuerbaren Rohstoffen gewonnen, fallen über den Lebenszyklus deutlich geringere Treibhausgasemissionen an als bei herkömmlichem Schiffsdiesel.

An Bord der Mein Schiff 7 fließt das Methanol zunächst nicht in den Hauptantrieb, sondern vor allem in den Kesselbetrieb. Die Kessel erzeugen Wärme, etwa für Warmwasser und die Versorgung an Bord. Genau hier lässt sich ein erneuerbarer Kraftstoff vergleichsweise unkompliziert erproben, ohne dass die gesamte Antriebstechnik des Schiffs umgestellt werden muss.

Rund 25 Kubikmeter erneuerbares Methanol, geliefert im laufenden Hafenbetrieb: eine überschaubare Menge, aber ein Praxistest, der zeigt, dass der Kraftstoff im realen Terminalalltag funktioniert.

Wie lief die Bunkerung ab?

Die physische Lieferung an das Schiff übernahm im Auftrag von MB Energy das Logistikunternehmen Johs. Martens, das das Methanol per Tanklaster zum Terminal brachte. Bemerkenswert ist ein Detail am Rande: Der eingesetzte Lkw fuhr mit HVO 100, einem paraffinischen Dieselersatz aus Rest- und Abfallstoffen, sodass auch der Transport an den Kai auf einen erneuerbaren Kraftstoff setzte.

Für alle Beteiligten war der Ablauf zunächst ein Machbarkeitsnachweis. Getestet wurde nicht im Labor, sondern im normalen Terminalbetrieb, mit Gästen an Bord und dem üblichen Hafengeschehen ringsherum. Solche Praxistests sind wichtig, weil sich erst dabei zeigt, ob Sicherheitsvorgaben, Logistik und Zeitfenster im Alltag zusammenpassen.

Die Bunkerung reiht sich in die Nachhaltigkeitsstrategie von TUI Cruises ein. Parallel fahren die beiden neuen Schiffe der InTUItion-Klasse, die Mein Schiff Relax und die Mein Schiff Flow, bereits mit Bio-LNG. Der Methanol-Test auf der Mein Schiff 7 ergänzt diesen Weg um eine weitere Kraftstoffoption.

Ihre Mein Schiff Reise mit persönlicher Beratung

Sie möchten die Mein Schiff 7 oder ein anderes Schiff der Flotte selbst erleben? Wir beraten Sie persönlich zu Schiff, Route und Termin, mit festem Ansprechpartner von der ersten Idee bis zur Rückkehr.

Häufige Fragen

Was hat die Mein Schiff 7 in Kiel gebunkert?
Die Mein Schiff 7 hat am Ostseekai in Kiel erstmals rund 25 Kubikmeter Methanol aus erneuerbaren Rohstoffen gebunkert. Für TUI Cruises war es die erste Methanol-Bunkerung überhaupt, durchgeführt im regulären Hafenbetrieb.
Wofür wird das Methanol an Bord genutzt?
Das Methanol wird auf der Mein Schiff 7 vor allem für den Kesselbetrieb eingesetzt, also zur Wärmeerzeugung an Bord, nicht für den Hauptantrieb. So lässt sich der erneuerbare Kraftstoff erproben, ohne die gesamte Antriebstechnik umzustellen.
Wer war an der Bunkerung beteiligt?
Die Bunkerung führte der Dienstleister MB Energy durch. Das Logistikunternehmen Johs. Martens lieferte das Methanol per Tanklaster an das Terminal. Der eingesetzte Lkw fuhr mit dem erneuerbaren Dieselersatz HVO 100.
Ist Methanol umweltfreundlicher als Schiffsdiesel?
Aus erneuerbaren Rohstoffen gewonnenes Methanol verursacht über den Lebenszyklus deutlich geringere Treibhausgasemissionen als herkömmlicher Schiffsdiesel. Der Test auf der Mein Schiff 7 war zunächst ein Machbarkeitsnachweis für den Einsatz im Hafenalltag.

Quellen & Bildnachweis

  • Cruise Industry News – „Mein Schiff 7 Completes First Methanol Bunkering in Kiel", cruiseindustrynews.com, abgerufen am 8. September 2026
  • Ship & Bunker – „MB Energy Bunkers Cruise Ship with Methanol at Port of Kiel", shipandbunker.com, abgerufen am 8. September 2026
  • The Maritime Executive – „Cruise Ship Mein Schiff 7 Completes Methanol Bunkering Demonstration", maritime-executive.com, veröffentlicht 1. September 2026, abgerufen am 8. September 2026
  • fvw|TravelTalk – „Mein Schiff 7 führt erste Methanol-Bunkerung durch", fvw.de, abgerufen am 8. September 2026
  • Bilder: © TUI Cruises / Pressematerial. Verwendung mit freundlicher Genehmigung.