Kreuzfahrten zu den Kanaren
Die Kanarischen Inseln liegen 100 Kilometer vor der afrikanischen Küste, aber politisch seit Jahrhunderten zu Spanien. Das Ergebnis ist eine Mischung, die sich nirgendwo sonst in Europa findet: Vulkanlandschaften, Passatwinde, Bananenplantagen und spanische Tapas-Bars nebeneinander auf acht Inseln, von denen jede ein anderes Gesicht hat.
Teneriffa ist die größte und bekannteste. Der Teide ragt 3.718 Meter aus dem Atlantik, höchster Gipfel Spaniens und sichtbar von fast jeder Insel der Gruppe. Um den Vulkankegel herum liegt ein Nationalpark mit einer Mondlandschaft aus erkalteter Lava, rostrotem Gestein und kargen Kiefernwäldern. An der Nordküste, in La Orotava und La Laguna, stehen koloniale Stadtzentren mit hölzernen Balkonen, die seit dem 16. Jahrhundert kaum verändert wurden. Der Süden ist Strand, Sonne und Hotels.
Gran Canaria hat auf 1.500 Quadratkilometern jedes Klima. Die Dünen von Maspalomas im Süden, wo der Sand aus der Sahara kommt, gehen nahtlos in den Atlantik über. Im Norden liegt Las Palmas, eine Hafenstadt mit einer lebhaften Altstadt und einem Stadtstand, der von Einheimischen und Touristen gleichermaßen genutzt wird. Zwischen beiden Polen wechseln sich Weinberge, Kakteenfelder und Bergdörfer ab.
Lanzarote sieht aus, als hätte jemand die Erde aufgeschnitten. Die Timanfaya-Vulkanzone ist seit dem 18. Jahrhundert nicht wieder begrünt. Schwarze Lavafelder, gelegentlich unterbrochen von weißen Häusern mit grünen Fensterläden, das ist das Bild, das Lanzarote prägt. Der Architekt César Manrique hat die Insel jahrzehntelang gestaltet und dafür gesorgt, dass kein einziges Hochhaus gebaut wurde. Das Ergebnis ist eine Insel, die trotz Massentourismus ihre Proportionen behalten hat.
Fuerteventura hat die längsten Sandstrände des Archipels. Der Norden der Insel, die Halbinsel Jandía, ist für Windsurfer und Kiteboarder eine der besten Adressen Europas. Wer keinen Sport treibt, findet ruhige Buchten mit klarem Wasser, flache Dünen und wenig Schatten. Fuerteventura ist kein Inselziel für Stadtmenschen.
La Palma und La Gomera sind kleiner, grüner und weniger besucht. La Palma hat einen der besten Sternenhimmel Europas, weil auf der Insel seit den 1980er-Jahren strikte Beleuchtungsvorschriften gelten. Im Garajonay-Nationalpark auf La Gomera wächst ein Lorbeerwald, der seit 10 Millionen Jahren besteht. Beide Inseln sind ein ruhiger Gegenpunkt zu Teneriffa und Gran Canaria.
Eine Kanaren-Kreuzfahrt startet meist in Las Palmas oder Santa Cruz de Tenerife. Ganzjährig werden Routen angeboten, weil das Klima konstant bleibt. Im Winter ist der Archipel eines der wenigen Reiseziele in Europa mit Temperaturen über 20 Grad. Wer dem nordeuropäischen Herbst entkommen möchte, findet dort von Oktober bis März warme Tage und kühle Abende.
Sieben Inseln in sieben Nächten ist die klassische Route. Das reicht für einen ersten Überblick, aber kaum für mehr als einen halben Tag pro Insel. Wer tiefer eintauchen möchte, kombiniert eine kurze Kreuzfahrt mit einigen Tagen Aufenthalt auf einer Insel davor oder danach. Teneriffa und Gran Canaria haben die meisten Direktflüge aus Deutschland.
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